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Der steinige Weg zur Wissenschaft
Der steinige Weg zur Wissenschaft

Im Fachbereich 10: Sprach- und Literaturwissenschaften wird in folgenden Fachrichtungen geforscht und gelehrt:

Fächerübergreifende Studiengänge:

Genauere Informationen zu den jeweiligen Studiengängen finden Sie unter der Rubrik Studium.

Nachruf auf Peter Bürger

Am 11. August verstarb der Literaturwissenschaftler und Romanist Peter Bürger. Seine 1974 veröffentlichte Schrift Theorie der Avantgarde erlebte mehrere Auflagen und begründete Bürgers Ruf als Analytiker der literarischen und ästhetischen Moderne. Er gehörte zum ersten Professoren-Kreis der jungen Bremer Universität, deren Vorliebe für die freie, offene Debatte er teilte. In Diskussionszirkeln, die häufig viele Jahre hindurch lebendig blieben, ging es um den Anspruch von Kunst und Literatur auf Erkenntnis. In seiner Redeweise gilt dieser Anspruch zumal dort, ‚wo der philosophische Gedanke blockiert ist‘. Aus Bürgers weitgespannten Forschungsinteressen resultierten so bedeutende Bücher wie Prosa der Moderne (1988) und Der französische Surrealismus (1996). Mit seiner Frau, der Germanistin Christa Bürger, bildete Peter Bürger eine unzertrennliche, auch wissenschaftliche Lebensgemeinschaft. Seine interdisziplinären Erkenntnisinteressen ergänzte eine kenntnisreiche Auseinandersetzung mit bildender Kunst. Ihr widmete er sich auf ausgedehnten Reisen und in Feuilleton-Artikeln. In Berlin, wo er mit seiner Frau die letzten Jahre verbrachte, erläuterte er Freunden und Besuchern mit wacher Einfühlungskraft Meisterwerke der dortigen Museen und Gemäldegalerien. Peter und Christa Bürgers wissenschaftlicher Nachlass fand Aufnahme im Marbacher Literatur-Archiv, ihre künstlerische Sammlung in der Bremer Kunsthalle.

In Das Verschwinden des Subjekts (1998), basierend auf einer Bremer Vorlesung, argumentiert Bürger für die voraussetzungslose Selbstgewissheit des modernen Individuums. Das geschieht mit der radikalen Variation eines bekannten philosophischen Grundsatzes: „Ich sterbe, also bin ich.“ Diese unweigerliche Konsequenz hat sich jetzt vollzogen, aber an einem Subjekt, das auf faszinierende Weise dennoch seine Stimme erhob.

Thomas Althaus und Gert Sautermeister