Frankoromanistik

Informationen zum B.A. Frankoromanistik

Frankoromanistische Sprachwissenschaft

Die frankoromanistische Sprachwissenschaft erforscht das Französische als Sprache in all ihren Formen und Varianten, historisch und gegenwartsbezogen und gibt damit z.B. Antworten auf Fragen wie die folgenden:

  • In welchen Regionen der Welt spricht man welches Französisch?
  • Wie lässt sich das Französische in phonetischer, lexikalischer, grammatischer Hinsicht wissenschaft­lich genau beschreiben?
  • Wie unterscheidet sich gesprochenes von geschriebenem Französisch, Standardfranzösisch von Argot, Altfranzösisch von modernem Französisch?
  • Wie hat sich das heutige Französisch aus dem Lateinischen entwickelt?
  • Wie geht man in den französischsprachi­gen Ländern mit Fremdwörtern, Fachausdrücken oder Anglizismen um?
  • Welchen Einfluss haben die Académie Française, die französischsprachige Literatur, die Sprache der beurs oder die der modernen Massenmedien auf die Entwicklung des Französischen? Was sind die Hauptunter­schiede zwischen dem Französischen und dem Deutschen und welche Lernschwierigkeiten ergeben sich für französischlernende Deutsche daraus?

Frankoromanistische Literaturwissenschaft

Die frankoromanistische Literaturwissenschaft beschäftigt sich mit den Literaturen der ver­schiedenen französischsprachigen Länder aus Gegenwart und Geschichte. Weiter erforscht sie die Funktionsweise und die Kontexte von Literatur- und Textproduktion, arbeitet an einer Theorie der Literatur und ihrer Gattungen und untersucht die Rolle von Texten für die Ausbildung einer besonderen kulturellen Identität, Wahrnehmungsweise oder Lebensform. Auf der Basis eines er­weiterten Textbegriffs bezieht diese Teildisziplin auch andere Medien wie z.B. Film, Theater und Performance mit ein. Ein besonderes Augenmerk liegt in Bremen auf der Gegenwartsliteratur und der Frankophonie. So werden Fragen diskutiert wie:

  • Was unterscheidet einen Roman aus der Karibik von einem aus Frankreich?
  • Welche Erfahrungen und Lebensmodelle werden in der aktu­ellen Lyrik vermittelt?
  • Wie analysiere ich einen Roman oder ein Gedicht?
  • Haben Film und Roman eine gemeinsame Erzählweise?
  • Welche Wechselwirkungen von kulturellen Vorstellungen und ästhetischer Praxis können wir z.B. im Theater beobachten?
  • Welche Rolle spielt der Autor/die Autorin für einen Text?
  • Welche Aufgaben haben literarische Kreativität und Kritik für die Gesell­schaft und das Individuum früher und heute?

Frankoromanistische Landes- und Kulturwissenschaft

Die frankoromanistische Landes- und Kulturwissenschaft beschäftigt sich mit „Land und Leuten“, sprich: mit der Gesellschaft, der Politik, der Geschichte und der Kultur Frankreichs und der französischsprachigen Länder und Regionen in Europa, Afrika und Amerika. Die wichtigsten Bezugswissenschaften dieses interdisziplinären Fachs sind: Geschichte, Soziologie, Politik- und Kulturwissenschaften. Dabei geht es u.a. um Fragen wie:

  • Inwiefern ticken Frankreichs Uhren anders?
  • Was macht die französische Identität aus, welche historischen Erfahrungen bestimmen sie?
  • Wieso gehen französische Schüler und Schülerinnen für das Zentralabitur auf die Strasse?
  • Warum sind religiöse Kopfbedeckungen in öffentlichen Schulen verboten? Was ist ein PACS?
  • Wie entstand und wie zerfiel das französische Kolonialreich?
  • Wie haben über 150 Jahre Massen­einwanderung Frankreich geprägt?
  • Warum hätte sich Québec 1995 um ein Haar von Kanada ge­trennt? Wie wirkt der Zweite Weltkrieg noch im deutsch-französischen Verhältnis nach? Wie nehmen die Nachbarn einander wahr?

Fachdidaktik des Französischen

Die Fachdidaktik des Französischen  [simo.uni-bremen.de/romanistik/didaktik/default.aspx] , die für die lehramtsorientierten Studierenden obligatorischer Studiengangbestandteil ist, beschäftigt sich mit dem Lehren und Lernen des Französischen als Fremdsprache, insbesondere mit Blick auf das bundesdeutsche Schulsystem, in dem die zukünftigen Französischlehrer und -lehrerinnen tätig sein werden. Als fachspezifische Teildisziplin der allgemeinen Fremdsprachendidaktik beschäftigt sich die Fachdidaktik des Französi­schen u. a. mit Fragen wie den folgenden:

  • Wie ist die derzeitige Situation des Französischunter­richts in der Bundesrepublik?
  • Wie beeinflussen die institutionellen Rahmenbedingungen am ‚Lernort Schule’ den Französischunterricht?
  • Wie ist der aktuelle wissenschaftliche Erkenntnis­stand bezüglich des Lernens und Lehrens von Fremdsprachen?
  • Welche Lernziele werden im Französischunterricht anvisiert und mit welchen Methoden können sie erreicht werden?
  • Wie kann man erfolgreichen, motivierenden Französischunterrricht gestalten?
  • Welche Rolle spielen dabei neue Lehrwerke, moderne Medien, abwechslungsreiche Übungsformen, authentische Texte, kommunikative Aufgaben usw. Wie kann man sich während des Studiums optimal auf die spätere Tätigkeit als Französischlehrer bzw. –lehrerin vorbereiten?

Studienvoraussetzungen

Voraussetzung für die Zulassung zum Studiums der Frankoromanistik sind neben der allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung (die man in der Regel durch das Abitur erwirbt) ein ausreichendes Niveau in Französisch. Erwartet werden sowohl für das Hauptfach- wie für das Nebenfachstudium Vorkenntnisse entsprechend dem Niveau B1 des „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen“ des Europarates. Dieses Niveau kann über die erfolgreiche Ablegung des alten Zertifikats DELF (Diplôme d’Études en Langue Française) - Niveau 1 oder über das neue Zertifikat „DELF scolaire“ - Niveau 2 nachgewiesen werden. Beide Zertifikate können an jedem Institut Français erworben werden (Termine auf den jeweiligen Internetseiten der verschiedenen Instituts Français). Erfahrungsgemäß sind dafür mindestens 5 Jahre Schulfranzösisch (in der Oberstufe vorzugsweise als Leistungskurs) erforderlich.

Studieninteressierte, die die genannten Zertifikate nicht vorweisen, müssen vor der Einschreibung (also vor dem 15.7.) an einem Einstufungstest teilnehmen. Dieser findet in der Regel im Laufe des Monats Juni statt. Der genaue Termin kann im Studiengangssekretariat erfragt oder dem Internet entnommen werden.

Das Niveau B1 versteht sich als Mindestvoraussetzung. Ein höheres Eingangsniveau ist erwünscht und vergrößert die Aussichten auf einen guten Studienverlauf. Ein längerer Aufenthalt im französischsprachigen Ausland bereits vor dem Studium ist zu empfehlen.

Empfohlene Fähigkeiten

Neben den formalen Voraussetzungen für die Zulassung zum Studium gibt es eine Reihe von Interessen und Fähigkeiten, die erfahrungsgemäß für ein erfolgreiches Studium der Frankoromanistik hilfreich sind, insbesondere die folgenden:

  • ein grundsätzliches Interesse an Sprache und Sprachen
  • ein breites Interesse an Literatur, Film, Geschichte, Politik, Gesellschaft und Kultur im Allgemeinen
  • ein über das rein Touristische hinausgehendes Interesse an Frankreich und an frankopho-nen Ländern
  • Freude am Lesen, auch von anspruchsvollen Texten
  • eine differenzierte stilsichere Beherrschung des Deutschen (als Muttersprache oder auf muttersprachen-ähnlichem Niveau)
  • Kenntnisse in Latein oder einer anderen romanischen Sprache
  • Bereitschaft wissenschaftliches Denken und Arbeiten zu erlernen
  • Bereitschaft für längere Zeit ins Ausland zu gehen.

Weitere Informationen finden Sie in der Datenbank Studium (DBS).  [https://www.dbs.uni-bremen.de/studienangebot/studien-berufsfelder/sprache-literatur/#c42]