Germanistik / Deutsch

Studium – Master – Teilfächer

Anders als die meisten germanistischen Masterstudiengänge beinhaltet der Bremer Master ein germanistisches Vollstudium, das mediävistische, literatur­wissenschaftliche und linguistische Module umfasst und den Teilnehmer*innen dadurch vielfältige interdisziplinäre und perspektivenübergreifende Zusammenhänge aufzeigt. In einer Spezialisierungsphase können Schwerpunkte in einem der drei Teilbereiche gebildet werden.

Die Mediävistik – die Wissen­schaft von der Literatur, Sprache und Kultur des (nicht nur deutschen) Mittelalters – ist in Bremen programmatisch Teil einer „ganzen Germanistik“; sie ist eng verzahnt mit neuerer deutscher Literaturgeschichte und (historischer) Sprachwissenschaft. Außerdem ist die Bremer Mediävistik transnational und interdisziplinär orientiert: Mittelalterliche deutschsprachige Literatur wird in ihrem europäischen Kontext analysiert und z. B. im Rahmen des Instituts für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung mit Nachbardisziplinen wie Geschichte, Anglistik, Romanistik, Kultur- und Religionswissenschaft verzahnt.

In der Neueren deutschen Literaturwissenschaft wird z. B. unter Einbezug kultureller und medialer Kontexte für Verbindungen zu den anderen Teildisziplinen im Masterprogramm gesorgt. Autorengespräche in Lehrveranstaltungen zur Gegenwartsliteratur, projektgebundene Kooperationen mit dem Theater Bremen oder dem Bremer Kommunalkino fügen dem theoretisch und historisch ausgerichteten Profil der Bremer Literaturwissenschaft einen Praxisbezug hinzu, der aktuelle Entwicklungen der deutschsprachigen Literatur sowie Fragestellungen einer kultur- und medienwissenschaftlich erweiterten Germanistik aufgreift. Zugleich werden die Interaktionsfelder der deutschsprachigen Literatur von der Frühen Neuzeit bis zur Moderne und Postmoderne forschungsorientiert erkundet. Dabei wird synchronen wie diachronen Betrachtungsweisen gleichermaßen Gewicht verschafft. Mithilfe methodisch reflektierter und theoretisch avancierter Zugänge sowie mit genauem Blick auf historische Differenzen wird so das Potenzial von Literatur freigelegt – das den Texten in Form ästhetischer, historischer und kultureller Spannungen und Widersprüche eingeschrieben ist.

In der Sprachwissenschaft wird den Masterstudierenden eine thematisch breit interessierte Linguistik begegnen, die vom theoretischen Nachdenken über sprachliche Phänomene bis zur empirischen Erhebung in Feldstudien aktiv ist. Im Bremer Masterstudiengang wird dieser Vielfalt durch die Betonung interdisziplinärer und forschungsnaher Themen entsprochen. Dabei erfahren sowohl die systematische Beschreibung als auch die konkreten medialen, kulturellen und situativen Kontexte der Sprachverwendung die gebotene Aufmerksamkeit. Das Teilfach Deutsche Sprachwissenschaft an der Universität Bremen hat daher einen interdisziplinären Schwerpunkt und beschäftigt sich auf einer systembezogenen und zeichentheoretischen Basis mit den Schnittstellen der deutschen Sprache zu Gegenständen und Beschreibungs­ansätzen unterschiedlicher sprach- und kulturwissenschaftlicher, sprach­philosophischer und sozialwissenschaftlicher Themen.

Mehr über die einzelnen germanistischen Teilfächer, ihre Forschungszusammenhänge und Lehrangebote, erfahren Sie auf den Unterseiten der einzelnen Fachgebiete [http://simo.uni-bremen.de/germanistik/fachgebiete/default.aspx] .