Auslandsstudium – Auslandskontakte – Assistant Teachers

Erfahrungsberichte – Vereinigte Staaten von Amerika

Erfahrungsbericht über mein Semester am Dixie State College of Utah von August bis Dezember 2012

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Eine Bewerbung für Dixie State lohnt sich auf jeden Fall – auch wenn der Bewerbungsschluss schon früher ist als bei Erasmus! Mein Auslandssemester in Utah war total super und ich würde es jedem sofort weiterempfehlen!

Das Dixie State College of Utah (mittlerweile zur University aufgestiegen) ist eine kleine Hochschule im Süden des Bundesstaates Utah. Im Gegensatz zum Norden Utahs, in dem die Hauptstadt Salt Lake City liegt, befindet sich die Kleinstadt St. George in einer heißen Geröllwüste. Sitzen auf den Treppen des Hörsaals kennt man hier nicht. Alle Seminare finden in Klassengröße statt. Die Dozenten kennen meistens alle Namen. Der Begriff „Dixie“ ist eigentlich eine volkstümliche Bezeichnung der Südoststaaten und aus der Heimathymne „Dixie land“ entstanden. Diese beschreibt den idyllischen Anbau von Baumwolle in den Konföderierten Staaten im Sezessionskrieg. Utah liegt allerdings überhaupt nicht in diesem Gebiet, sondern im Westen der USA. Da die Unionsstaaten im Krieg auch Baumwolle benötigten versuchten sie es hier ohne Sklaverei ebenfalls anzubauen und nannten das Gebiet um St. George „unser eigenes Dixie“.

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Mitte August, als ich angekommen bin, lag die Temperatur bei über 100 Fahrenheit. Das sind etwa 40°C. Im Laufe des Semesters kühlt es sich bis Weihnachten bis auf 0°C ab. Es reicht also nicht nur T-Shirts mitzunehmen! Selbst im Hochsommer sollte man sich für längere Aufenthalte in Gebäuden (vor allem in der Bibliothek) einen Pullover mitnehmen, da Amerikaner es mit Klimaanlagen echt übertreiben.

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Ich würde empfehlen im Dixie Housing (http://www.dixie.edu/housing/ [http://www.dixie.edu/housing/] ) zu wohnen. Die Miete ist günstig und man wohnt direkt am Campus. Natürlich ist es immer ein Risiko in eine WG mit unbekannten Leuten einzuziehen. Aber ich ermutige dich es zu tun! Das ist der ideale Weg in Kontakt mit Amerikanern zu kommen. Dazu schreibst du am besten zuerst eine E-Mail an die einzelnen Dixie-Housing-Appartements und fragst, ob du auch für nur ein Semester dort wohnen könntest, weil du Austauschstudent aus Bremen bist. (Normalerweise sind zwei Semester Wohnzeit nämlich das Minimum). Mir haben Chancellor Appartements zugesagt und ich war da auch zufrieden, außer dass die Wohnung über uns regelmäßig Möbelverrückungswettbewerbe veranstaltet hat.
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Für elektrische Geräte am besten schon in Deutschland einen Steckdosenconverter besorgen. Die Miete wird nicht monatlich, sondern auf einmal zu Beginn des Semesters bezahlt (also unbedingt eine Kreditkarte ohne monatliches Limit besorgen). Ausziehen muss man dann 48 Stunden nach der letzten Prüfung, aller spätestens aber am Samstag nach der Klausurwoche. Die genauen Daten kannst du dem Kalender auf der Dixie Homepage entnehmen (http://www.dixie.edu/reg/?page=calendar [http://www.dixie.edu/reg/?page=calendar] ).
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Diese Information ist wichtig, wenn du Hin- und Rückflug zusammen buchen willst, was Geld sparen kann. Die Möglichkeit länger im Land zu bleiben besteht. Wir sind auf dem Rückflug nach Europa noch ein paar Tage in New York geblieben, was sich 100%ig gelohnt hat! Vor dem Semester wirst du eine E-Mail von Carole aus dem International Office in St. George bekommen, indem sie dich bittet dir Gedanken über die Kurse zu machen, die du belegen möchtest. Du solltest ihr schon aus Deutschland noch eine Mail schreiben, welche Kurse dich interessieren würden, auch wenn das noch keine endgültige Entscheidung ist. Du musst dich aber nicht selbstständig für die Seminare registrieren.
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Das Veranstaltungsverzeichnis findest du auch auf der Homepage (http://new.dixie.edu/reg/?page=schedule [http://new.dixie.edu/reg/?page=schedule] ). Dort einfach das Semester auswählen und auf „Regular Course List“ klicken. Bei den meisten Kursen steht „MWF“ (montags, dienstags und freitags) oder „TR“ (dienstags und donnerstags) dabei. Das R ist also die Abkürzung für „Thursday“. Entgegen einer E-Mail an alle neuen internationalen Studenten, müssen die Studenten aus Bremen das Seminar „International First Year Experience“ nicht belegen und auch das Buch dazu „Succeeding as an International Student in the United States“ nicht kaufen.
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Einen Englischtest musst du vor Ort auch nicht machen. Auch keine Tuberkulose-Impfung (zumindest haben wir sie überzeugt, dass Tuberkulose in Deutschland ausgestorben ist). Stattdessen kannst du so ziemlich alle Kurse belegen, die angeboten werden. Das Englischinstitut in Bremen ist in der Anerkennung der Kurse sehr tolerant. So ziemlich alle Seminare (außer Spanisch und Sport) werden als „sprachrelevant“ gewertet. Du musst also nicht zwingend Anglistik-Kurse belegen, sondern kannst die Chance nutzten etwas komplett anderes zu auszuprobieren. Sicherheitshalber aber trotzdem in jedem Fall –mindestens per E-mail – deine Kurswahl mit der Anerkennungs-beauftragten in Bremen abklären. Wenn du auf Lehramt studierst, kannst du auch einen Englisch-Didaktik-Kurs anrechnen lassen.
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Ich habe dazu ein „Language Acquisition“-Seminar belegt, das auch Praktikumstage an High Schools enthielt, was sehr interessant war. Es kann sinnvoll sein nicht zu spät am Freitag noch Kurse zu belegen, falls du für eine Wochenendreise schon früher weg willst. Andererseits findet freitags auch immer das Shopping1 statt und es ist von Vorteil vormittags gehen zu können, weil es dann nicht so überfüllt ist. Wenn du den Fitness-Kurs wählen möchtest, kannst du ein Schloss mitbringen für den Kleiderspint. Ein amerikanischer Kreditpunkt entspricht zwei europäischen. Gerne kannst du mich per E-Mail fragen, welche Kurse ich gewählt habe und welche ich empfehlen kann.

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Der Campus ist sehr schön, mit großen Rasenflächen und hoher Wasserfontäne. Die Kantine kann aber im Preis-Leistungsverhältnis mit der Bremer Mensa nicht mithalten. Nach zwei Wochen wurde mir das Fastfood zu viel und ich habe mir selber mittags was zubereitet. In den Seminaren ist es unüblich sich zu melden und darauf zu warten extra „drangenommen“ zu werden. Dozenten mit Doktortitel spricht man mit Doktor an, Dozenten ohne Doktor spricht man mit Professor an, denn letzteres ist die allgemeine Bezeichnung für Unterrichtende. Die Seminare machen eigentlich viel Spaß. Man muss viel lesen, viel schreiben, bekommt aber auch gute Noten.

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Dass ich keinen Kurs zusammen mit den anderen Bremern hatte und auch nicht zusammen mit ihnen gewohnt habe, habe ich nicht unbedingt bereut. So bekommt man viel Kontakt zu Amerikanern. Der Kontakt zu den Mitstudenten aus Bremen ist trotzdem sehr wertvoll und wir haben uns darauf geeinigt Englisch miteinander zu sprechen, was viel Spaß gemacht hat. Die Amerikaner sind dort überaus freundlich und aufgeschlossen. Am Ende des Semesters hatte ich mehr Kontakte in meinem Handy eingespeichert, als in Deutschland. Wird man ein oder zwei Tage vorher auf eine Geburtstagsparty eingeladen, ist es in Amerika nicht üblich ein Geschenk mitzubringen, wie sich herausgestellt hat. Es gibt nicht nur mormonische Kirchen. Wir wurden sehr gut aufgenommen in einer baptistischen Freikirche, die direkt an die Straße gegenüber vom Campus grenzt. Dort wurden wir auch von einer Familie zu Thanksgiving eingeladen.

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Nutze unbedingt die Wochenenden um aus St. George heraus zu kommen. Essays kann man auch im Auto noch schreiben! Das Gebiet ist ungeheuer attraktiv. Eine höhere Dichte an Nationalparks gibt es nirgendwo in den ganzen Staaten! Ein seriöser Autoverleih befindet sich auf dem St. George Boulevard. Auf jeden Fall sollte man zum Zion Nationalpark und dort die Tour zu Angels Landing machen. Auch bieten sich Ausflüge an; zum Beispiel zum Grand Canyon, nach Salt Lake City, zu Arches (allerdings ziemlich weit), nach Las Vegas und in der Midterm-Break nach Los Angeles und San Diego. Das waren die absoluten Höhepunkte des gesamten Semesters! Andere Leute fliegen hin und zurück nur um diese Attraktionen zu sehen. Wir konnten dort aber auch nur so viel sehen und so viele coole Fotos schießen, weil wir die Reisen vorher auch ziemlich detailreich geplant hatten, zum Beispiel mit http://www.tripadvisor.com/ [http://www.tripadvisor.com/] . Einfach nur in die Stadt fahren, um zu gucken, was es dort zu sehen gibt, bringt nichts. Obwohl: Wir sind zufällig in Los Angeles einem echten Spaceshuttle begegnet! Für den Outdoor Activity Club darf man kein facebook-Verweigerer sein. Dort einfach mal nach „dixieorac“ suchen und Freundschaftsanfrage stellen.

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Insgesamt war mein Auslandssemester total super und ich empfehle es uneingeschränkt weiter. Sehr gerne kannst du mir bei Fragen eine E-Mail schreiben:dhildenbrand@gmx.de [mailto:dhildenbrand@gmx.de]

“To travel is to discover that everyone is wrong about other countries.”

Aldous Huxley

1Jeden Freitag fährt ein Shuttle internationale Studenten zu Walmart und hält dann direkt von deiner Haustür, was ein super Service ist.